Tolle Knolle

Natürliche Ernährung

Erst wollte sie keiner haben– jetzt ist die Kartoffel beliebter Bestandteil der zeitgemäßen, ausgewogenen Ernährung. Kein Wunder: Kaum ein Lebensmittel ist so hochwertig und so vielseitig verwendbar.

Die Kartoffel ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse, zu der auch Tomate und Paprika gehören. Das Wort Kartoffel leitet sich ursprünglich von »tartufolo« ab, dem italienischen Wort für Trüffel. Die unterirdischen Knollen sind in Teilen Österreichs und der Schweiz auch als Erdapfel oder Grundbirne bekannt. Im deutschsprachigen Raum finden sich zudem zahlreiche Regionalnamen wie z. B. Ärpel, Bramburi, Erdbirn, Flezbirn, Grübling, Krumbiir, Krumbeer, Kästen, Erpfel u.v.a.

Weltweit gibt es rund 5000 Kartoffelsorten und jährlich werden etwa 300 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Sie finden hauptsächlich Verwendung als Nahrungs- und Futtermittel sowie zur Herstellung von Stärke und Alkohol. Dabei werden beispielsweise im deutschsprachigen Raum fast 60 % der Kartoffelernte direkt als Nahrungsmittel genutzt. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich der Verbrauch zwar mehr als halbiert, dank Fertiggerichten wie Pommes frites, Kroketten, Chips, Rösti oder Trockenflocken steigt der Konsum heutzutage aber wieder an. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei etwa 50 Kilogramm im Jahr.

Da steckt viel drin

Kartoffeln bestehen bis zu 75 % aus Wasser und bis zu 20 % aus Stärke. Mit etwa 2 % Eiweiß sind sie auch Proteinlieferant. Durch die Kombination mit Milchprodukten wird die Verfügbarkeit des Kartoffeleiweißes noch gestärkt. Die Knollen sind praktisch fettfrei und bestechen durch den hohen Gehalt an Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphor. Weiters enthalten sie viermal soviel Vitamin C als Äpfel oder Birnen. Zudem versorgen sie uns mit Vitamin A, B1, B2, B3, B6 so wie Vitamin K. Der Großteil der Vitamine liegt unmittelbar unter der Schale, daher sollten Kartoffeln immer mit der Schale gekocht, wenn möglich sogar mit der Schale verzehrt werden.

Für das schonende Garen verwendet man idealerweise einen Dampfkochtopf. Kartoffeln sollten erst kurz vor dem Kochen geschält werden, da im Wasser oder an der Luft die Vitamin- und Mineralstoffverluste enorm ansteigen.

Für eine optimale Lagerung werden Kartoffeln in dunklen, gut belüfteten Räumen bei 5–10° C und etwa 90 % Luftfeuchtigkeit aufbewahrt. Ist es zu kalt, »erfrieren« die Knollen, die Stärke wandelt sich dabei in Zucker um.

Bei zu warmen Temperaturen und Lichteinfall beginnen sie zu keimen und bilden giftiges Solanin. Daher sollten Kartoffeln mit grünen Stellen nicht mehr verzehrt werden.

Zu trockene Aufbwahrung lässt das Gemüse welken und bei zu viel Feuchtigkeit kann es zu Schimmelbildung kommen.

Nicht empfehlenswert ist auch die Lagerung mit anderen Lebensmitteln, wie z.B.: Äpfel.

Durch den steigenden Verzehr von Chips (565 kcal/100 g) und Pommes frites (267 kcal/100 g) haben Kartoffeln den Ruf des »Dickmachers« bekommen. Dabei hat die unverarbeitete Kartoffel nur ca. 70 Kalorien, inklusive Vitamine, Nähr- und Faserstoffe. Als gute Alternative eignen sich Kartoffeln in Suppenform, dabei achten die Hersteller auf lebensmittelnahe Produkte, wie z. B. die Kartoffelsuppe von BURGL’S.